Reysa (Album, 2020)

Christian Kircher (Drums, Composition, Arrangements) / Christian Koss (Guitars, Bass, Lyrics, Engineering) / Anna Nihil (Vocals) / Mixed and mastered by Markus Stock (Empyrium, Sun Of The Sleepless, The Vision Bleak, Noekk) at Klangschmiede Studio E in Franconia, Germany.

Ursprünge / Origins

Das althochdeutsche Wort für die Reise, gleichbedeutend mit dem Aufbruch und dem Heimgang; Tod. (EN) The old-German word for the journey, equivalent to the departure and the homecoming; death.

Liedtexte / Lyrics

Der Ursprung – längst vergangen der Ursprung blinder Wut  der Zorn er wächst entfacht die heiße Glut mein Innerstes zerfällt ich bin der Letzte meiner Art umhüllt vom schwarzen Eis kein Gespür für Raum und Zeit ich bin der Letzte meiner Art doch entkam den eisern Fesseln ich des Feindes Hand blendender Gischt tausend Klingen er gen Himmel kehrt nach seinem End ich mich verzehr ohne Feuer in mir kein Feuer erlischt das Ende in Sicht so suche ich den Weg nach einem Ort der mich vergisst ich werde gehen für immer vergehen einzig unter Gleichen einst nur im müden Licht erahnt bis das Dunkel kam und Asche meine Nahrung war lass ich nichts zurück nichts was mich beglückt schlag die Stunde und verheere das was mich erblickt nichts verbleibt nichts was mich noch hält der letzte Vorhang fällt nichts verbleibt nichts was bestehen kann am Ende aller Zeit facht ein letztes Feuer an – Die Vergängnis erwacht – Farb gegossen in Stein geschmiedet in niederem Wahn grünes Gold in schwarzem Schein ihr endetet so ich begann doch ich nehme an mich was einst mein was einst mein ich nehme an mich was einst mein was einst mein war das Vergessen schläft und die Vergängnis erwacht ein weißes Blatt aus Feuer im Wind entfacht aus Schatten wird Licht aus Grauen Pracht nur ich nehme an mich was einst mein was einst mein ich nehme an mich was einst mein was einst mein war verraten von faulem Gift aus Grauen Pracht aus Schatten Licht – Ein wahrlich wirrer Ort – dem Wach entsprungen Zweifel und Furcht kein Weg besungen ein wahrlich wirrer Ort schließ deine Augen im Dunkel begleitet vom schlafenden Bold schließ deine Augen im Dunkel der Irrweg lockt dich ins Holz Sphären aus Eis jeder Schritt auf brüch’gem Laub er irrt durch die Nacht sucht das Quell eines Lichts tief hinein huscht er fein ist getrieben vom Nichts doch ein güld’ner Faden sich spinnt einen Pfad heraus er sich nun ersinnt ein leiser Schein ein rasches Licht er waldwärts ab vom Irrweg schlich das güld’ne Licht macht kehrt führt ihn tiefer hinein der Weg zurück ist versperrt er ist verloren nein schließ deine Augen im Dunkel schließ deine Augen im Dunkel der Irrweg lockt dich ins Holz – Der Aufstieg – inmitten gleißender Weiten der Rausch wie ein Fluss kalter Griff im seichten Nass erschwert den Gang doch unermessliche Schönheit regt zum Wandeln an im Tal trügerischer Schatten schwarze Riesen weisen den Weg der Aufstieg braucht Kraft und Ruhe im Geist karge Felsen im grünen Gewand sterbende Alte reichen die Hand im Himmel glühend heiß und zu Erd ein kaltes Meer das den Weg erschwert ohnmächtig gleich das Tann sich zerreißt im Reich der grauen Urväter das Ende erreicht die Gipfel weise auf ihrem Haupte von Schnee bedeckt Anmut und Ehrfurcht doch aus dem Nichts der Glanz zerbricht die Mächtigen zerfallen zu Staub – Pfad ohne Kehrt – in Tränen wie kochendes Wachs erneut verweilt sie allein in weißem Leinen wie Schnee doch vermauert in Scherben aus Stein nein erinnert an früheres Licht gemeinsam bedacht das Verlangen entbricht die Begierde nach der zeitlosen Nacht vergangen sei die Marter von Zeit nie mehr in Kälte versperrt umhüllt vom eisernen Kleid schreitet sie den Pfad ohne Kehrt entschlossen und ohne Hast steigt sie in kalten Morast entkommen von lichtleerer Welt ihr zartweißer Leib zur Unform zerfällt die Sterne weinen die Gestirne im Sang die Sterne weinen die Sterne weinen sie entsteigt vom Meer der Erden empor entfaltet ob Wäldern so weit wiegt das Glück hervor in weißem Leinen sie das Tal erblickt das Verlangen nach Licht in Trauer erstickt nichts wirkt ihr gleich kein Wesen kein Geist bitter und still ihr Odem vereist nein Schatten so nah und vertraut nein wieder in schwarzem Tau sie sinkt hernieder auf Stein erneut verweilt sie allein – Am Ende ewiger Wasser – sei still und lausch den Liedern der Natur komm folg den Wassern der ewigen Uhr komm mit und lausch den Liedern der Natur folg dem Wildruf diesen einen Tag nur auf willst du die Regen seh’n die Wetter den Schnee vier Pfade wirst du geh’n Waldesreich Tal sogleich Meeresgischt auf ins Licht keiner entkommt der ohne Liebe hier verharrt drum folg der Karte die dein Herz dir offenbart entfach die Lichter in den Tiefen meiner Welt sie zeigen dir den Weg der sich verborgen hält voran geh voran doch vergiss nicht sei still und lausch den Liedern der Natur komm folg den Wassern der ewigen Uhr komm mit und lausch den Liedern der Natur folg dem Wildruf diesen einen Tag nur nur diesen einen Tag folg den Wassern nein der Nebel gibt mich nicht mehr her die Lichter sind versiegt der Nebel gibt mich nicht mehr her der Weg nicht länger vor mir liegt nein wo liegt der Weg der mich nach Hause trägt keiner entkommt der ohne Liebe hier verharrt ich greif die Karte die mein Herz mir offenbart still weiße Kronen und ein gold’nes Fell steig ich ins Meer und still ich sing die Lieder der Natur komm nur diesen einen Tag

Eine persönliche Empfehlung an unsere deutschsprachigen Hörer – Rezension zu “Reysa” von BLACK SALVATION

Dass sich in den letzten Jahren sehr viele kleinere Perlen finden lassen, die das Zeug zum genreübergreifenden Erfolg hätten, soll dabei nicht unerwähnt bleiben. In diese Kerbe schlagen beispielsweise auch die Magdeburger Asarhaddon, die mit „Reysa“ gerade ihr Debüt veröffentlicht haben, dessen textliches Konzept, „eine poetische Reise durch Raum und Zeit auf finsteren Irrwegen bis hin zum unausweichlichen Ende aller Dinge“, nicht nur lyrisch anspruchsvoll (aber niemals verkopft) daherkommt, sondern auch ein Thema darstellt, mit dem sich eigentlich jeder identifizieren kann, dessen Horizont weiter reicht als bis zur nächsten Türschwelle.

Und auch musikalisch lässt das Duo mit seinem jederzeit atmosphärischen Black Metal nichts anbrennen. Um einem potentiellen „Atmospheric“-Label dabei gleich mal jeglichen Wind aus den Segeln zu nehmen: Das Riffing lehnt sich zwar durchaus an diese Spielart an, beinhaltet jedoch ein wesentlich höheres Aggressionslevel und verzichtet zudem auf irgendwelche modernen Kabinettstückchen. Viel mehr lehnt man sich an alte Ulver und generell den alten norwegischen Black Metal an, dessen Naturverbundenheit und -liebe noch ohne schwülstige Arrangements auskam. So zieht einen der Opener „Der Ursprung“ gleich tief ins Geschehen hinein: Die gut neun Minuten vergehen wie im Flug, rasendes Tempo herrscht vor und wird gelegentlich von kurzen Breaks aufgelockert. Auch die in angenehm mittlerer Tonlage geschrieenen Vocals passen da sehr gut hinzu und runden das starke Songwriting ab, dass sich über das gesamte Album erstreckt. Denn trotz der erwähnten stilistischen Nähe zu den frühen Norwegen-Bands erarbeitet man sich etwas durchaus Eigenständiges, so dass es auch eher zum Schmunzeln anregt, fühlt man sich in den ersten Sekunden von „Die Vergängnis erwacht“ an Nornír erinnert, die ja einen ganz ähnliche Herangehensweise haben. Mit dem folgenden „Ein wahrlich wirrer Ort“ nimmt man das Tempo erstmalig weitestgehend heraus und baut ihn mittels eines düsteren und schleppenden Anfangs auf, bis er sich eruptionsartig entlädt und ein donnerndes Biest im oberen, ziemlich Bangerfreundlichen Midtempo zum Vorschein bringt. Auch hier gibt es immer wieder kurze Varianzen im Tempo, die für Auflockerung und Abwechslung sorgen. „Der Aufstieg“ kommt etwas zackiger daher, und allerspätestens hier sollte jeder Hörer bemerken, wie nahe sich der frühe norwegische und vieles vom heutigen finnischen Black Metal sind, wenn das raue Riffing ins ansatzweise melodische umschlägt. So unaufdringlich diese Einflüsse auch verarbeitet werden, so markant sind sie auch, was einen weiteren großen Reiz ausmacht, sich intensiv mit diesem Album zu beschäftigen. „Pfad ohne Kehrt“ ist nach dieser ersten halben Stunde auch Programm – wer es bis hierher geschafft hat, möchte und kann nie wieder umkehren. Der Track ist so voll purer Energie, dass man nicht umhinkommt, erneut für jede Sekunde dankbar zu sein, die man in diese Musik investiert hat. Was der sehr eindrucksvolle Schlusstrack „Am Ende ewiger Wasser“ dann direkt noch einmal unter Beweis stellt. Hier werden sämtliche Register des eigenen Songwritings gezogen, majestätische Landschaften fliegen vor dem inneren Auge vorüber und zum Schluss bleibt die Erkenntnis hängen, dass man soeben Zeuge des Beginns eines wahnsinnig talentierten Duos geworden ist, von dem man in Zukunft hoffentlich weitere Großtaten erwarten darf. Ich bin restlos begeistert!

Während des guten Dutzend Durchgänge, die „Reysa“ mittlerweile erlebt hat, hat sich mir ein Gedanke immer fester in die Hirnwindungen gebohrt: Wäre dieses Album Anfang, Mitte der Neunziger von einer norwegischen Band erschienen, würden wir heute davon sicher als einem Klassiker sprechen. Der Fluch der späten Geburt… Denn Asarhaddon bauen trotz dieser Referenz ein durchaus mächtiges Klanggebirge auf, wie es in diesem Segment des Black Metals nur noch die allerwenigsten Bands schaffen und sich zudem eine Eigenständigkeit bewahren, die für die tiefe Überzeugung und das Selbstverständnis spricht, die für authentisches Songwriting notwending sind. Auch ist mir lange keine Band mehr untergekommen, bei der ich mir gewünscht habe, dass es mehr Longtracks auf das Album geschafft hätten, denn gerade für dieses Format hat man ein außerordentlich gutes Gespür. Für das (hoffentlich) nächste Album vormerken: Lieber mit drei oder vier langen Tracks ein Album aufbauen, dankeschön! Wer sich für puristischen, naturphilosophischen Black Metal begeistert, ist hier definitiv an der richtigen Adresse. Denn: Warum immer in die Neunziger schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Plichtkauf! 9/10 Punkten

Legacy Magazine

11/15

Blessed Altar Zine

9/10

Infernal Masquerade

9/10

Metalegion Magazine

9/10

Necromance Magazine

9/10

Ars Goetia Zine

8.5/10

Nahtscade (Single, 2019)

Christian Kircher (Drums, Composition, Arrangements) / Christian Koss (Guitars, Bass, Lyrics, Engineering) / Anna Nihil (Vocals) / Mixed and mastered by Markus Stock (Empyrium, Sun Of The Sleepless, The Vision Bleak) at Klangschmiede Studio E in Franconia, Germany.

Ursprünge / Origins

Das mittelfränkische Wort für den Nachtschatten, der in der Medizin des 12. Jahrhunderts gegen Herzschmerzen angewandt wurde, die Hexen über das Volk brachten. (EN) The Franconian word for the nightshade that was used in 12th century medicine to cure heartache which was brought upon the people by witches.

Liedtexte / Lyrics

Nebel die Morgen still und starr späte Lichter wie ich sie vorher nicht sah getragen von den Winden der Zeit lockt mich die Einsamkeit Tau wie Perlen aus Glas späte Worte in Tränen ich las getragen von den Winden der Zeit lockt mich die Einsamkeit getragen von den Ängsten der Zeit lockt mich die Erhabenheit Eis die graue Schlucht erhebt sie zerbirst unter entsetzlichem Klang erschlagen vom erfrorenen Meer doch wann ereilt mich die Zeit Nebel still und starr Regen aus steinernem Sand Leben in den Wolken versank verlassen von den Ängsten der Zeit fehlt mir die Einsamkeit

Haginthorn (Single, 2016)

Christian Kircher (Drums, Composition, Lyrics) / Christian Koss (Guitars, Composition, Lyrics) / Ludwig Hentschel (Vocals) / Ralf Lentzner (Bass)

Ursprünge / Origins

Das niederfränkische Wort vergangener Jahrhunderte für den Hagedorn, die Heckenrose als Grabschmuck. (EN) The Low Franconian word of past centuries for the mayblossom, the dog rose as grave ornaments.

Liedtexte / Lyrics

Unter Laub und Eisen ein Schimmer im Nachklang gefangen bedeckt von Eiben dem Tor der Pforte zur schlafenden Welt im Innern ein Schein ein Kreuz von Hand geschlagen Erinnerung im Schatten der Erde im Leben die Rose ein Segen im Tod vergangenen Tagen treu

Furstere (EP, 2015)

Christian Kircher (Composition, Drums, Lyrics) / Christian Koss (Composition, Guitars, Bass, Lyrics) / Ludwig Hentschel (Vocals)

Ursprünge / Origins

Der altdeutsche Begriff für den Wächter des Waldes. Den Tonträger ziert der Schädel eines finnischen Rentiers aus dem Besitz der Familie eines der Gründer. (EN) The old German word for the keeper of the forest. The record is adorned with the skull of a finnish reindeer, property of the family of one of the founders.

Liedtexte / Lyrics

Die See – wehend wehender Nebel trübe trübe Sicht hagelnd hagelnder Regen in ihr die wütende See Gestein und Fels ragen ragen vor ihr Zorn und Gier verheeren verheeren sie Angst Hader gejagt in tristen Gewässern von Schauern flüsternd und starr die Haut beginnt zu erblassen ihr Geist schwach und leer Augen getränkt in bitterem Klang in den Fluten der Tränen sie schreit mit kraftleerer Stimme in die Tiefen der tosenden See – Das Licht – ein heißes Bad in den kochenden Bächen des Hains ein schwarzer Pfad trägt den Wandernden heim nur ohne Furcht im Herzen ob dem aschfahlen Nichts dient ihm das Feuer der Schmerzen und so hält er so hält er das Licht Dank dem Wanderer die Flamme brennt in untreuem Hass Leben eingehaucht das vernichtende Heiß gib mir Feuer gib mir das Licht in den ewigen Wässern des Tals vergehe ich – Der Wind – er schreit ohne Stimme flattert keine Schwinge er beißt ohne Zähne murmelt hat keinen Mund tückisch sanft beißend kalt der Wind – Die Ferne – so fern einst da doch nunmehr so fern die einsame Träne rinnt so sanft von meiner Haut Ruhe die Ruhe so süß doch die Ruhe verstummt nein die Gischt der Einsamkeit peitscht mein trübes Licht im Fernen ruht das Glück und wartet und wartet für mich nein Zeiten verstreichen Tage Tage so fern oh meine Ruhe einst gemeinsam mit mir doch nun verweile ich einsam ohne das Licht so lieb und fern

Reysa (Album, 2020)

Christian Kircher (Drums, Composition, Arrangements) / Christian Koss (Guitars, Bass, Lyrics, Engineering) / Anna Nihil (Vocals) / Mixed and mastered by Markus Stock (Empyrium, Sun Of The Sleepless, The Vision Bleak) at Klangschmiede Studio E in Franconia, Germany.

Ursprünge / Origins

Das althochdeutsche Wort für die Reise, gleichbedeutend mit dem Aufbruch und dem Heimgang; Tod. (EN) The old-German word for the journey, equivalent to the departure and the homecoming; death.

Liedtexte / Lyrics

Der Ursprung – längst vergangen der Ursprung blinder Wut  der Zorn er wächst entfacht die heiße Glut mein Innerstes zerfällt ich bin der Letzte meiner Art umhüllt vom schwarzen Eis kein Gespür für Raum und Zeit ich bin der Letzte meiner Art doch entkam den eisern Fesseln ich des Feindes Hand blendender Gischt tausend Klingen er gen Himmel kehrt nach seinem End ich mich verzehr ohne Feuer in mir kein Feuer erlischt das Ende in Sicht so suche ich den Weg nach einem Ort der mich vergisst ich werde gehen für immer vergehen einzig unter Gleichen einst nur im müden Licht erahnt bis das Dunkel kam und Asche meine Nahrung war lass ich nichts zurück nichts was mich beglückt schlag die Stunde und verheere das was mich erblickt nichts verbleibt nichts was mich noch hält der letzte Vorhang fällt nichts verbleibt nichts was bestehen kann am Ende aller Zeit facht ein letztes Feuer an – Die Vergängnis erwacht – Farb gegossen in Stein geschmiedet in niederem Wahn grünes Gold in schwarzem Schein ihr endetet so ich begann doch ich nehme an mich was einst mein was einst mein ich nehme an mich was einst mein was einst mein war das Vergessen schläft und die Vergängnis erwacht ein weißes Blatt aus Feuer im Wind entfacht aus Schatten wird Licht aus Grauen Pracht nur ich nehme an mich was einst mein was einst mein ich nehme an mich was einst mein was einst mein war verraten von faulem Gift aus Grauen Pracht aus Schatten Licht – Ein wahrlich wirrer Ort – dem Wach entsprungen Zweifel und Furcht kein Weg besungen ein wahrlich wirrer Ort schließ deine Augen im Dunkel begleitet vom schlafenden Bold schließ deine Augen im Dunkel der Irrweg lockt dich ins Holz Sphären aus Eis jeder Schritt auf brüch’gem Laub er irrt durch die Nacht sucht das Quell eines Lichts tief hinein huscht er fein ist getrieben vom Nichts doch ein güld’ner Faden sich spinnt einen Pfad heraus er sich nun ersinnt ein leiser Schein ein rasches Licht er waldwärts ab vom Irrweg schlich das güld’ne Licht macht kehrt führt ihn tiefer hinein der Weg zurück ist versperrt er ist verloren nein schließ deine Augen im Dunkel schließ deine Augen im Dunkel der Irrweg lockt dich ins Holz – Der Aufstieg – inmitten gleißender Weiten der Rausch wie ein Fluss kalter Griff im seichten Nass erschwert den Gang doch unermessliche Schönheit regt zum Wandeln an im Tal trügerischer Schatten schwarze Riesen weisen den Weg der Aufstieg braucht Kraft und Ruhe im Geist karge Felsen im grünen Gewand sterbende Alte reichen die Hand im Himmel glühend heiß und zu Erd ein kaltes Meer das den Weg erschwert ohnmächtig gleich das Tann sich zerreißt im Reich der grauen Urväter das Ende erreicht die Gipfel weise auf ihrem Haupte von Schnee bedeckt Anmut und Ehrfurcht doch aus dem Nichts der Glanz zerbricht die Mächtigen zerfallen zu Staub – Pfad ohne Kehrt – in Tränen wie kochendes Wachs erneut verweilt sie allein in weißem Leinen wie Schnee doch vermauert in Scherben aus Stein nein erinnert an früheres Licht gemeinsam bedacht das Verlangen entbricht die Begierde nach der zeitlosen Nacht vergangen sei die Marter von Zeit nie mehr in Kälte versperrt umhüllt vom eisernen Kleid schreitet sie den Pfad ohne Kehrt entschlossen und ohne Hast steigt sie in kalten Morast entkommen von lichtleerer Welt ihr zartweißer Leib zur Unform zerfällt die Sterne weinen die Gestirne im Sang die Sterne weinen die Sterne weinen sie entsteigt vom Meer der Erden empor entfaltet ob Wäldern so weit wiegt das Glück hervor in weißem Leinen sie das Tal erblickt das Verlangen nach Licht in Trauer erstickt nichts wirkt ihr gleich kein Wesen kein Geist bitter und still ihr Odem vereist nein Schatten so nah und vertraut nein wieder in schwarzem Tau sie sinkt hernieder auf Stein erneut verweilt sie allein – Am Ende ewiger Wasser – sei still und lausch den Liedern der Natur komm folg den Wassern der ewigen Uhr komm mit und lausch den Liedern der Natur folg dem Wildruf diesen einen Tag nur auf willst du die Regen seh’n die Wetter den Schnee vier Pfade wirst du geh’n Waldesreich Tal sogleich Meeresgischt auf ins Licht keiner entkommt der ohne Liebe hier verharrt drum folg der Karte die dein Herz dir offenbart entfach die Lichter in den Tiefen meiner Welt sie zeigen dir den Weg der sich verborgen hält voran geh voran doch vergiss nicht sei still und lausch den Liedern der Natur komm folg den Wassern der ewigen Uhr komm mit und lausch den Liedern der Natur folg dem Wildruf diesen einen Tag nur nur diesen einen Tag folg den Wassern nein der Nebel gibt mich nicht mehr her die Lichter sind versiegt der Nebel gibt mich nicht mehr her der Weg nicht länger vor mir liegt nein wo liegt der Weg der mich nach Hause trägt keiner entkommt der ohne Liebe hier verharrt ich greif die Karte die mein Herz mir offenbart still weiße Kronen und ein gold’nes Fell steig ich ins Meer und still ich sing die Lieder der Natur komm nur diesen einen Tag

Eine persönliche Empfehlung an unsere deutschsprachigen Hörer – Rezension zu “Reysa” von BLACK SALVATION

Dass sich in den letzten Jahren sehr viele kleinere Perlen finden lassen, die das Zeug zum genreübergreifenden Erfolg hätten, soll dabei nicht unerwähnt bleiben. In diese Kerbe schlagen beispielsweise auch die Magdeburger Asarhaddon, die mit „Reysa“ gerade ihr Debüt veröffentlicht haben, dessen textliches Konzept, „eine poetische Reise durch Raum und Zeit auf finsteren Irrwegen bis hin zum unausweichlichen Ende aller Dinge“, nicht nur lyrisch anspruchsvoll (aber niemals verkopft) daherkommt, sondern auch ein Thema darstellt, mit dem sich eigentlich jeder identifizieren kann, dessen Horizont weiter reicht als bis zur nächsten Türschwelle.

Und auch musikalisch lässt das Duo mit seinem jederzeit atmosphärischen Black Metal nichts anbrennen. Um einem potentiellen „Atmospheric“-Label dabei gleich mal jeglichen Wind aus den Segeln zu nehmen: Das Riffing lehnt sich zwar durchaus an diese Spielart an, beinhaltet jedoch ein wesentlich höheres Aggressionslevel und verzichtet zudem auf irgendwelche modernen Kabinettstückchen. Viel mehr lehnt man sich an alte Ulver und generell den alten norwegischen Black Metal an, dessen Naturverbundenheit und -liebe noch ohne schwülstige Arrangements auskam. So zieht einen der Opener „Der Ursprung“ gleich tief ins Geschehen hinein: Die gut neun Minuten vergehen wie im Flug, rasendes Tempo herrscht vor und wird gelegentlich von kurzen Breaks aufgelockert. Auch die in angenehm mittlerer Tonlage geschrieenen Vocals passen da sehr gut hinzu und runden das starke Songwriting ab, dass sich über das gesamte Album erstreckt. Denn trotz der erwähnten stilistischen Nähe zu den frühen Norwegen-Bands erarbeitet man sich etwas durchaus Eigenständiges, so dass es auch eher zum Schmunzeln anregt, fühlt man sich in den ersten Sekunden von „Die Vergängnis erwacht“ an Nornír erinnert, die ja einen ganz ähnliche Herangehensweise haben. Mit dem folgenden „Ein wahrlich wirrer Ort“ nimmt man das Tempo erstmalig weitestgehend heraus und baut ihn mittels eines düsteren und schleppenden Anfangs auf, bis er sich eruptionsartig entlädt und ein donnerndes Biest im oberen, ziemlich Bangerfreundlichen Midtempo zum Vorschein bringt. Auch hier gibt es immer wieder kurze Varianzen im Tempo, die für Auflockerung und Abwechslung sorgen. „Der Aufstieg“ kommt etwas zackiger daher, und allerspätestens hier sollte jeder Hörer bemerken, wie nahe sich der frühe norwegische und vieles vom heutigen finnischen Black Metal sind, wenn das raue Riffing ins ansatzweise melodische umschlägt. So unaufdringlich diese Einflüsse auch verarbeitet werden, so markant sind sie auch, was einen weiteren großen Reiz ausmacht, sich intensiv mit diesem Album zu beschäftigen. „Pfad ohne Kehrt“ ist nach dieser ersten halben Stunde auch Programm – wer es bis hierher geschafft hat, möchte und kann nie wieder umkehren. Der Track ist so voll purer Energie, dass man nicht umhinkommt, erneut für jede Sekunde dankbar zu sein, die man in diese Musik investiert hat. Was der sehr eindrucksvolle Schlusstrack „Am Ende ewiger Wasser“ dann direkt noch einmal unter Beweis stellt. Hier werden sämtliche Register des eigenen Songwritings gezogen, majestätische Landschaften fliegen vor dem inneren Auge vorüber und zum Schluss bleibt die Erkenntnis hängen, dass man soeben Zeuge des Beginns eines wahnsinnig talentierten Duos geworden ist, von dem man in Zukunft hoffentlich weitere Großtaten erwarten darf. Ich bin restlos begeistert!

Während des guten Dutzend Durchgänge, die „Reysa“ mittlerweile erlebt hat, hat sich mir ein Gedanke immer fester in die Hirnwindungen gebohrt: Wäre dieses Album Anfang, Mitte der Neunziger von einer norwegischen Band erschienen, würden wir heute davon sicher als einem Klassiker sprechen. Der Fluch der späten Geburt… Denn Asarhaddon bauen trotz dieser Referenz ein durchaus mächtiges Klanggebirge auf, wie es in diesem Segment des Black Metals nur noch die allerwenigsten Bands schaffen und sich zudem eine Eigenständigkeit bewahren, die für die tiefe Überzeugung und das Selbstverständnis spricht, die für authentisches Songwriting notwending sind. Auch ist mir lange keine Band mehr untergekommen, bei der ich mir gewünscht habe, dass es mehr Longtracks auf das Album geschafft hätten, denn gerade für dieses Format hat man ein außerordentlich gutes Gespür. Für das (hoffentlich) nächste Album vormerken: Lieber mit drei oder vier langen Tracks ein Album aufbauen, dankeschön! Wer sich für puristischen, naturphilosophischen Black Metal begeistert, ist hier definitiv an der richtigen Adresse. Denn: Warum immer in die Neunziger schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Plichtkauf! 9/10 Punkten

Legacy Magazine

11/15

Blessed Altar Zine

9/10

Infernal Masquerade

9/10

Metalegion Magazine

9/10

Necromance Magazine

9/10

Ars Goetia Zine

8.5/10

Nahtscade (Single, 2019)

Christian Kircher (Drums, Composition, Arrangements) / Christian Koss (Guitars, Bass, Lyrics, Engineering) / Anna Nihil (Vocals) / Mixed and mastered by Markus Stock (Empyrium, Sun Of The Sleepless, The Vision Bleak) at Klangschmiede Studio E in Franconia, Germany.

Ursprünge / Origins

Das mittelfränkische Wort für den Nachtschatten, der in der Medizin des 12. Jahrhunderts gegen Herzschmerzen angewandt wurde, die Hexen über das Volk brachten. (EN) The Franconian word for the nightshade that was used in 12th century medicine to cure heartache which was brought upon the people by witches.

Liedtexte / Lyrics

Nebel die Morgen still und starr späte Lichter wie ich sie vorher nicht sah getragen von den Winden der Zeit lockt mich die Einsamkeit Tau wie Perlen aus Glas späte Worte in Tränen ich las getragen von den Winden der Zeit lockt mich die Einsamkeit getragen von den Ängsten der Zeit lockt mich die Erhabenheit Eis die graue Schlucht erhebt sie zerbirst unter entsetzlichem Klang erschlagen vom erfrorenen Meer doch wann ereilt mich die Zeit Nebel still und starr Regen aus steinernem Sand Leben in den Wolken versank verlassen von den Ängsten der Zeit fehlt mir die Einsamkeit

Haginthorn (Single, 2016)

Christian Kircher (Drums, Composition, Lyrics) / Christian Koss (Guitars, Composition, Lyrics) / Ludwig Hentschel (Vocals) / Ralf Lentzner (Bass) / Recorded, mixed and mastered by Fabian H. Benecke.

Ursprünge / Origins

Das niederfränkische Wort vergangener Jahrhunderte für den Hagedorn, die Heckenrose als Grabschmuck. (EN) The Low Franconian word of past centuries for the mayblossom, the dog rose as grave ornaments.

Liedtexte / Lyrics

Unter Laub und Eisen ein Schimmer im Nachklang gefangen bedeckt von Eiben dem Tor der Pforte zur schlafenden Welt im Innern ein Schein ein Kreuz von Hand geschlagen Erinnerung im Schatten der Erde im Leben die Rose ein Segen im Tod vergangenen Tagen treu

Furstere (EP, 2015)

Christian Kircher (Composition, Drums, Lyrics) / Christian Koss (Composition, Guitars, Bass, Lyrics) / Ludwig Hentschel (Vocals) / Recorded, mixed and mastered by Fabian H. Benecke.

Ursprünge / Origins

Der altdeutsche Begriff für den Wächter des Waldes. Den Tonträger ziert der Schädel eines finnischen Rentiers aus dem Besitz der Familie eines der Gründer. (EN) The old German word for the keeper of the forest. The record is adorned with the skull of a finnish reindeer, property of the family of one of the founders.

Liedtexte / Lyrics

Die See – wehend wehender Nebel trübe trübe Sicht hagelnd hagelnder Regen in ihr die wütende See Gestein und Fels ragen ragen vor ihr Zorn und Gier verheeren verheeren sie Angst Hader gejagt in tristen Gewässern von Schauern flüsternd und starr die Haut beginnt zu erblassen ihr Geist schwach und leer Augen getränkt in bitterem Klang in den Fluten der Tränen sie schreit mit kraftleerer Stimme in die Tiefen der tosenden See – Das Licht – ein heißes Bad in den kochenden Bächen des Hains ein schwarzer Pfad trägt den Wandernden heim nur ohne Furcht im Herzen ob dem aschfahlen Nichts dient ihm das Feuer der Schmerzen und so hält er so hält er das Licht Dank dem Wanderer die Flamme brennt in untreuem Hass Leben eingehaucht das vernichtende Heiß gib mir Feuer gib mir das Licht in den ewigen Wässern des Tals vergehe ich – Der Wind – er schreit ohne Stimme flattert keine Schwinge er beißt ohne Zähne murmelt hat keinen Mund tückisch sanft beißend kalt der Wind – Die Ferne – so fern einst da doch nunmehr so fern die einsame Träne rinnt so sanft von meiner Haut Ruhe die Ruhe so süß doch die Ruhe verstummt nein die Gischt der Einsamkeit peitscht mein trübes Licht im Fernen ruht das Glück und wartet und wartet für mich nein Zeiten verstreichen Tage Tage so fern oh meine Ruhe einst gemeinsam mit mir doch nun verweile ich einsam ohne das Licht so lieb und fern